Pfarrer

Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde Balaton-Héviz,

  

      „Achtsamkeit“ hat unterschiedliche Dimensionen. Es geht erstens darum, dass ich achtsam mit mir selbst umgehe und auf meine eigenen Bedürfnisse achte. „Achtsamkeit“ gibt es aber auch in der Beziehung zu anderen. Negative Achtsamkeit sieht so aus: Den anderen ausnahmslos kritisch betrachten, jeden Fehler gnadenlos festhalten, nur noch bewerten, prüfen und beurteilen, was der andere tut. Diese Art Achtsamkeit meint der Verfasser des Hebräerbriefes nicht, sondern das Sorgen und Bemühen umeinander. Hier wird Achtsamkeit zu einer Haltung, mit der ich respektvoll und wertschätzend dem anderen begegne, seine Nöte und Sorgen teile, um gemeinsam die Lasten zu tragen. Einander anspornen zu guten Werken: Hierbei geht es um gelebte Nächstenliebe, sich kümmern um den Nächsten und für ihn sorgen. Das ist eine christliche Grundhaltung die die Welt verändern und sie menschlicher machen kann.


     Nächstenliebe ist auch für Jesus ein zentraler Auftrag an seine Gemeinde. Er selbst lebt diese Hinwendung zu allen Menschen, indem er Kranke heilt, Sünden vergibt und Menschen vom Rand der Gesellschaft in die Gemeinschaft zurückholt. Diese Fürsorge für die Menschen war ein wesentliches Charakteristikum der christlichen Urgemeinde. Die Gemeindemitglieder legten ihren Besitz zusammen, um ihre Armen zu unterstützen.


     Gute Werke: Wie können sie heute für uns aussehen? Wenn sich viele an ihren jeweiligen Orten mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen, lässt sich Leben gestalten. Wichtig ist das Miteinander im Alltag, z.B. in dieser Corona Zeit mit der 4. Welle, sich gegenseitig vor Infektionen zu schützen. In einer deutschen Familie in unserer Gemeinde erleben wir zwei geimpfte Personen und eine nicht geimpfte, aber getestete Person und eine nicht geimpfte Zugehfrau. Alle vier haben sich infiziert. Deutlich wurde mir durch diese Begebenheit, dass nicht übersehen werden kann, dass auch Geimpfte unwissentlich nicht Geimpfte anstecken können. Unser Kirchenraum ist klein, Stühle stehen an Stühle. Kein Abstand dazwischen. Die Belüftung lässt zu wünschen übrig. So bitten wir, nicht Geimpfte, sofern sie nicht genesen sind, um ihres eigenen Schutzes Willens, sich mit einer Maske zu schützen. Sicher wird diese Maßnahme kritisch gesehen. Wie würde es gesehen, wenn unser kleiner Kirchenraum ein Ort von Infektionen wäre? Deshalb: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“


Ihre/Eure
Rita Mick-Solle


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