Pfarrer

„Mache dich auf werde licht…"

Liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde Balaton-Héviz,


„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier … Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt!“

Sicher kennen Sie diese launisch spaßige Verdrehung des volkstümlichen Gedichts, das Rolf Zuckowski in seinem Lied „Weihnachtszeit“ vertont hat. Im richtigen Wortlaut heißt es: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür!

Können wir Weihnachten wirklich verpassen? Und: Wie „muss“ meine Gemütslage sein, um es Weihnachten werden zu lassen?

Im Grunde ist es ganz einfach; müssen muss gar nicht! Sondern: Weihnachten geschieht – das echte Weihnachten geschieht, weil Gott in Jesus Mensch wird, so wie wir. Mit allem, was uns froh und traurig macht. In unser Leben, das so ist wie es ist, in unsere Welt, die an vielen Stellen dunkel und hässlich ist, wird Gottes Sohn, Jesus, geboren.

In diesen Tagen, in denen ich diese Zeilen schreibe, schnellen Tag für Tag die Infektionszahlen in die Höhe, die vierte Corona Welle hat uns erfasst. Darüber hinaus gibt es vieles, was uns an Leid in Atem hält und uns entsetzt.

Und doch: Jesus kam in die sehr dunkle Nacht von Bethlehem. Von dort geht ein Licht aus, das nicht mehr erlischt.

Es braucht viele Menschen, die diesem Licht und ihrer Sehnsucht trauen; Menschen, die die Hoffnung und dieses Licht bewahren, für sich und für andere. Menschen, die bereit sind, sich vom Licht der Weih-Nacht berühren zu lassen.

Also: Was kann ich tun, damit es Weihnachten wird? Ich kann mich von diesem Geschehen in Bethlehem ergreifen lassen: In den Gottesdiensten am Heiligen Abend zum Beispiel, sei es in einer spärlich besetzten Kirche, oder sei es bei der Live Übertragung zu Hause am Bildschirm, oder sei es beim Sehen und Hören eines Gottesdienstvideos auf YouTube oder Facebook, überall dort,  wo ich mich zum Kind aufmache. Ja, so ist das. Ich bewege mich, und dann sind Kopf und Herz frei, um das Geschehen von Weihnachten zu erleben. Das Geschenk, das uns schon im Alten Testament angekündigt ist. Der Prophet Jesaja schreibt:

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. … Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.“ (Jesaja 9,1.5)

Darum: Augen auf und das Licht sehen, dann wird Weihnachten auch bei uns geschehen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest.

Ihre/Eure
Rita Mick-Solle


Foto: Hévizer Weihnachtsbaum, gestaltet von J. Drupp

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